Vierländereck

Vaalserberg bei Aachen

Eine historische Kuriosität ?


Das Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande auf dem Vaalserberg bei Aachen wird für die Zeit von 1839 bis 1919 bei Einbeziehung des damaligen neutralen Gebietes Neutral-Moresnet gelegentlich als Vierländereck bezeichnet. Heute ist es ein echtes Vierländereck auf Ebene der Gliedstaaten.

Geschichte 

Vor 1794 gehörte das Gebiet zur Hochbank Montzen im Herzogtum Limburg. Nach der Zeit Napoleons bestand Uneinigkeit darüber, an welches Land dieses Gebiet mit seinen Bodenschätzen gehen sollte: an Preußen oder an das Vereinigte Königreich der Niederlande. Dort wurde Galmei abgebaut, das für die Zink- und Messingherstellung am Anfang des 19. Jahrhunderts notwendig war und aus diesem Gebiet nach ganz Europa exportiert wurde. Artikel 25 der Schlussakte des Wiener Kongresses (1815) beschreibt die Grenzen Preußens, Artikel 66 die der Niederlande. Moresnet wurde von beiden Seiten beansprucht. Im Dezember 1815 trafen sich Unterhändler aus Preußen und den Niederlanden in Aachen und fanden nach einem halben Jahr einen Kompromiss: So entstanden im Juni 1816 das niederländische Moresnet im Westen (als Teil der Gemeinde Plombières, ab 1830 belgisch), Preußisch-Moresnet im Osten, und das dazwischenliegende Neutral-Moresnet blieb „unbestimmt, da die beiden Kommissionen sich nicht über die Weise einig wurden, wie die Grenzziehung […] vorzunehmen sei“.

„Diese Schwierigkeit wird der Entscheidung der beiderseitigen Regierungen vorgelegt. […] In Erwartung dieser Entscheidung wird die provisorische Grenze durch die Gemeinde Moresnet gebildet.“ Im Abkommen wurde weiterhin erwähnt, dass das Gebiet „einer gemeinschaftlichen Verwaltung unterworfen wird und von den beiden Mächten nicht militärisch besetzt werden darf“ – daher der Name „Neutral-Moresnet“. Es hatte mit seinen Galmeivorkommen (Zinkspat) bei seiner Entstehung um 1815 nur 256 Einwohner, 1858 wurden bereits 2575 Einwohner gezählt, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges dann 4668 (1343 Einw./km²). Deutsche, Wallonen, Flamen und Niederländer siedelten sich an – bis 1847 viele junge Männer, um den Militärdienst zu umgehen. Danach regelten Belgien und Preußen, dass nur ursprünglich Ansässige vom Militär befreit waren. Im Laufe des 19. Jahrhunderts gab es zahlreiche Verhandlungen zwischen Preußen und Belgien zur Aufhebung des Provisoriums.

Im Ersten Weltkrieg wurde es von deutschen Truppen besetzt.

Im Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 erkannte das Deutsche Reich die volle Souveränität Belgiens über Neutral-Moresnet an. Neutral-Moresnet kam am 10. Januar 1920 zum Gouvernement Eupen-Malmedy und änderte seinen Namen in Kelmis (fr. La Calamine). Preußisch-Moresnet wurde zu Neu-Moresnet.

Lufttbild der ehemaligen Zinkfabrik am Bahnhof und ihrer Umgebung: 

a) Walzhallen und Werkstätten, verm. 1904-10. 

b) Kesselhaus mit Schornstein, um 1906; darüber an      der Straße Magazin/Verwaltung, um 1905. 

c) Elektrozentrale, um 1905,. 

d) Direktionsvilla, 1911/12. 

e) Arbeiterhäuser an der Familienstraße,    1857/nachkriegsverändert

Die älteste erhaltene Walzhalle entstand um 1905; sie beherbergt heute die Dauerausstellung Schwerindustrie des LVR-Industriemuseums.

Die Halle unmittelbar an der Hansastraße erhielt ihre heutige Form vermutlich zwischen 1906 und 1910. Die straßenseitigen Giebel des zweischiffigen Gebäudes erhielten eine repräsentative Putzfassade.

Die heutige Straßenansicht der Zinkfabrik Altenberg

Das um 1905 errichtete Magazin- und Verwaltungsgebäude der Zinkfabrik

Dasselbe Gebäude um 1920: Das Dach und der repräsentative Werkseingang rechts vom Haus wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgeändert.

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Vierlanden

by hanslehmann

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Public - 6/5/16, 3:13 PM